Gärtnern auf engstem Raum bei den Landfrauen Friesoythe

Viele neue Informationen erhielten die Landfrauen Friesoythe bei dem Vortrag „Gärtnern auf kleinstem Raum-Hochbeete machen es möglich“. Mechthild Ahlers von der Nds. Gartenakademie referierte zu diesem Thema am vergangenen Mittwoch im Karl-Borromäus-Haus, Altenoythe.

Sie erklärte, ein Hochbeet sei heutzutage eine Ruckzuck-Lösung, ein Verwöhn Programm und keine Vollversorgung, wie es früher üblich war. 120 m² benötige man für eine Komplettversorgung eines 4 Personen Haushaltes.

Für Gartenfreunde sind Hochbeete ein großer Spaßfaktor für Erntefreuden. Die frische Ernte, der Duft der Pflanzen, die Bienen und allein das Anschauen der Beete macht Freude.

Sie schlug vor, 4 Tage vor Ostern ein Ei zu einem Osterhasen zu dekorieren und mit Kresse oder Weizen zu befüllen. Somit erfreuen sich die Kinder zu Ostern, wenn dem Osterhasen Haare auf dem Kopf wachsen.

Frau Ahlers erzählte, in der Landwirtschaft spielt die Temperatursumme 200 eine große Rolle. Das ist der Zeitpunkt, wo das Gras zum Wachsen einsetzt. Sie sprach davon, dass die Natur ihren eigenen Kalender hat. Mit ihren Zeigerpflanzen erkennen wir eine der 10 Jahreszeiten. Der Vorfrühling beginnt z. B. mit der Blüte von Haselnuss und Schneeglöckchen. Dies ist der Startschuss für die Frühlingsbearbeitung von Gemüse, Blumen und Staudenbeeten.

Es stellte sich die Frage: Welche Gemüsepflanzen kann ich lange ernten? Pflücksalat ohne eine geschlossene Rosette ist ideal. Die äußeren Blätter können immer wieder geerntet werden; von März bis Juli. Auch der Neuseeländer Spinat und Rucola, sowie Kapuzinerkresse eignen sich perfekt. Hornfeilchen sind prima zum Dekorieren.

Sie zeigte uns viele Argumente auf, die für ein Hochbeet sprechen. Abgesehen von dem Aspekt der Rückenfreundlichkeit kann  der Küchengarten direkt am Haus sein und man hat das Vertrauen durch selbst zusammengestellte Erden.

Microgemüse gilt als sehr beliebt. Es wird zum Garnieren von Speisen verwendet.

Frau Ahlers gab viele Ideen und Tipps zur richtigen Aufstellung eines Hochbeetes, sowie dessen Anpflanzung und Pflege. Sie demonstrierte mit mitgebrachten Klapprahmen, wie man sich selbst einfach ein Hochbeet-Kasten baut. Ein Mäuseschutzgitter unten am Boden ist wichtig und eine Noppenbahn zur Verkleidung des Innenraumes, die das Holz vor zu schnellem Verrotten schützt. Ca. 5 bis 6 Jahre hält solch ein Beet. Dann sollten die Materialien im Kasten ausgetauscht werden.

Jede Form des Gärtnerns ist heute erlaubt, wenn es uns das Fortbestehen und Weitergeben von wertvollem Wissen rund um den Anbau und die Kultur von Gemüse und heimischen Obst sichert. Hat eine Generation nicht mehr praktisch gegärtnert, geht uns für die nächsten Generationen das Wissen verloren. Das wäre nicht zu verantworten.

Das Motto der Nds. Gartenakademie lautet: „Wissen wachsen lassen!“

Ein toller Vortag lautete das Fazit der Teilnehmerinnen.

Text: Doris Kruse

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Petra Lampe

Ortsgruppe Friesoythe

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