Halbtagesfahrt der Landfrauen Friesoythe ins Strohmuseum und in den Garten Bellersen

Im Juli stand das überregional bekannte Strohmuseum in Twistringen  als erstes auf dem Programm der Halbtagesfahrt der Friesoyther Landfrauen.

Fast 300 Jahre lang fand ein Drittel der Einwohner Twistringens mit der Strohverarbeitung in Heimarbeit, Gewerbe und Handel sein Einkommen. Das in dieser Form einzigartige Museum zeigt anhand zahlreicher Exponate die Geschichte und Entwicklung der Strohverarbeitung in Twistringen. Neben Maschinen und Geräten wird dort die Verarbeitung des Rohstoffes Stroh zu Gebrauchsprodukten (z.B. Malotten, Strohhüte, Strohalme usw.) von den Anfängen bis in die heutige Zeit gezeigt.

Uns wurde in einer Führung durch das Museum viel geboten. So konnten wir  beobachten, wie ein Strohhut entstand oder Trinkhalme und Malotten hergestellt und bearbeitet wurden. Kaum eine Teilnehmerin wusste was eine Malotte ist. Sie diente damals zur Ummantelung von Weinflachen für den Transport und deren Lagerung.

Außerdem hatten wir dort die Gelegenheit den größten Strohhut der Welt zu besichtigen. Zum 750-jährigen Jubiläum der Stadt Twistringen im Jahr 2000 wurde vor dem Rathaus ein riesiger Strohhut angefertigt. Der Hut stellt mit einem Durchmesser von etwa 5,50m  eine 20-fache Vergrößerung eines „Kreissäge-Hutes“ aus den 1920er Jahren dar. Diese Leistung wurde auch durch einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde gewürdigt. Zur Feier kam auch der in Twistringen geborene TV-Moderator Reinhold Beckmann.

Nach der Führung hatten wir die Möglichkeit, in der gemütlichen Museumsdiele bei Kaffee und Kuchen die Twistringer Gastfreundschaft kennenzulernen. Im Museumsladen konnten zahlreiche aus Stroh gefertigte Produkte erworben werden. Darunter nützliche und dekorative Strohhüte für Frauen und Männer,  kunstgewerbliche Gebrauchs- und Dekorationsgegenstände aus Strohgeflecht, Stroh und Gräsern. So manch eine Landfrau kam anschließen „Behütet“ zur Gruppe zurück.

Als nächstes stand der Garten der Familie Bellersen auf dem Programm. Nach kurzer Fahrt wurden wir am Torbogen des neuen Eingangs des Gartens ganz  herzlich von Heinrich Bellersen, einem ehemaligem Landwirt, empfangen. Zuerst wies er uns auf einen Spruch auf einer Dachpfanne hin. Dort stand zu lesen: „Zuerst hatte ich den Garten, dann hatte der Garten mich“. Stattliche 5500 Quadratmeter misst der Garten der Familie in Mörsen. Nach dem Eingang zeigen neue Wegweiser die Route durch den in verschiedene Themenbereiche aufgeteilten Garten. Gerade betrachtet man noch die Sitzgelegenheit mit den Keramik-Insignien, da hört man schon ein Plätschern hinter der nächsten Hecke. Der fernöstliche Teil mit seinem künstlich angelegten Teich beinhaltet neben Kois auch verschiedene Wasserpflanzen. Im Mediterranen Teil befinden sich unterschiedlich gebaute Springbrunnen, liebevoll gestaltete Wege und Torbögen und sehr vieles mehr. Im Juli veranstaltet die Familie Bellersen, wie in den vergangenen Jahren, eine italienische Nacht. Ab 19 Uhr können Interessierte in lauer Sommerabend-Atmosphäre,  mit Wein sowie Antipasti ausgestattet, auf Entdeckertour im Garten umher wandeln. Der Garten ist eine Reise wert!

Den Text hat Annegret Himmelreich geschrieben, die Fotos sind von Petra Lampe

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Petra Lampe

Ortsgruppe Friesoythe

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