Mit „Glückauf und Halleluja“ in der St.-Petrus-Kirche

Gelungene Veranstaltung der Lastruper LandFrauen mit der Kabarettistin Ulrike Böhmer alias Erna Schabiewsky

„Ich bin noch nicht mal inner Kirche, da ist der Beifall schon zu Ende“, provozierte Ulrike Böhmer das Publikum zu Beginn ihres Auftritts in der stimmungsvoll illuminierten St.Petrus-Kirche in Lastrup.

Die Kirchenkabarettistin und Theologin trat in ihrer Paraderolle „Erna Schabiewsky“ das erste Mal in Lastrup auf. 180 Besucher wollten sich ihr Programm „Glückauf und Halleluja“ nicht entgehen lassen. Schon mit ihrer Mimik und ihrem Auftreten im roten Kostüm mit kariertem Hut und Handtasche brachte Erna Schabiewsky das Publikum von Anfang an zum Lachen und zu andauerndem Schmunzeln.

Mal stehend, mal sitzend plauderte die frühere Dortmunder Pastoralreferentin im bedächtigen Pottjargon zum Beispiel über einen seltsamen Gottesdienst im Bergischen Land, wo der Prediger auch noch als Frauenarzt und Laienprediger tätig ist. „Nach zehn Minuten isset mir kalt vom Steinboden die Knöchek hochgegangen. Ich hatte da null Komma null Andacht“.

 

Sie regt sich über Kirche und die Bischöfe auf, um dann das Bistum Münster zu kommentieren “ Ihr hättet schlimmer reinfallen können“. Ganz schlimm regt sich Erna auf über Leute, die wegen des „Erstkommuniongedöns“ in die Kirche eintreten und anschließend wieder austreten. „Datt is wie beim BVB vor der Meisterschaft eintreten und danach zu Schalke wechseln“.

Anfangs humorvoll entwickelte sich die kfd-Geschichte um die Liebe von Bärbel zu Eva-Maria, die es lauf Kirche ja nicht geben dürfe, weil davon nichts in der Bibel stehe. Erna Schabiewsky alias Ulrike Böhmer fragte dann völlig ernst werdend“warum sich Männer in Frauenkleidern anmaßen, über Moral zu urteilen“.

Denn in der Bibel stehe auch nicht, dass es Prälaten, Kardinäle oder Kirchensteuern geben müsse. „Die Moral und das Abendland gehen nicht unter, wenn Frauen Frauen und Männer Männer lieben. Das Abendland geht unter, wenn Kinder unter Brücken leben und betteln; wenn Kinder in Asien in Fabriken schuften, damit wir billigere Kleidung haben; wenn Kinder im Mittelmeer ertrinken, weil wir die Grenzen dicht machen; wenn Kinder mit Geld zugeschüttet werden, aber die Eltern keine Zeit für sie haben. Davon geht die Welt unter“.

Und als sie von dem Gespräch mit Enkel Mats-Kevin erzählt, und sie ihm erklärt, das „Gott unter uns“ weilt, wenn Mustafa aus Syrien mit anderen Kindern in der Schule spielen kann und sie mit Marie Chantalle, Memet und Opa Püschel nach dem gemeinsamen Fußballspiel bei Alibaba „Döner und Fall-Apfel“ isst, dann bezieht sie deutlich Stellung für eine offene Gesellschaft.

Mit ihrem Ruhrgebietsdialekt, in den sie ihre kleinen Geschichten aus ihrem Dortmunder Pfarrgemeinde und ihrer katholischen Frauengemeinschaft (kfd) kleidete, witkte Ulrike Böhmer authentisch. Ihre Schlagfertigkeit und ihr Humor, verbunden mit ihrer klaren Haltung zu christlichen Themen, kam beim Publikum so gut an, dass sie mit Standing Ovations am Ende ihres zweistündigen Programms verabschiedet wurde.

Text: Aloys Landwehr

Fotos:Gertrud Osterloh

 

 

 

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